20. Juli 2017  

Neurodermitis: Manche Betroffene juckt es im Sommer besonders

Eigentlich sollte es Neurodermitikern im Sommer besser gehen. Doch das trifft nicht auf alle zu. Laut einer Studie ist ein Mix aus Pollen und UV-Strahlung schuld - er macht die Haut zum Sieb.

Für Menschen mit Neurodermitis ist es eine ständige Qual - der Drang, sich immer wieder an ihren Hautrötungen kratzen zu müssen. Für manche von ihnen kommt es gerade jetzt im Sommer richtig dicke: Während der Pollenflugzeit und im Sonnenschein kann der Ausschlag extrem werden. "In den Hautzellen wird eine ganze Maschinerie angeworfen, das sogenannte Inflammasom", erklärt Claudia Traidl-Hoffmann.

Die Medizinerin leitet das Institut für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München und hat in einer Studie herausgefunden, dass einige Neurodermitis-Patienten besonders hart zu kämpfen haben, wenn Pollen und UV-B-Strahlung - die energiereicheren Sonnenstrahlen - zusammen auf den Körper treffen. "Die Haut ist wie ein Sieb", sagt Traidl-Hoffmann. Pollen dringen dadurch ein und stoßen eine Art Dominoeffekt an.

 

Das Inflammasom, ein Eiweißkomplex, steckt in menschlichen Zellen und gehört zum angeborenen Immunsystem. Die Pollen schütten Substanzen aus, die an menschliche Zellrezeptoren binden. Das Inflammasom mancher Neurodermitiker löst eine Entzündungsreaktion aus, die durch UV-B-Strahlen noch verstärkt wird.

Auf der Suche nach Biomarkern
"Das ist wie eine Signalkette von einem Königreich zum anderen", versucht Traidl-Hoffmann die Abläufe zu erläutern. Auf der einen Seite gebe es das Königreich der Pflanzen, auf der anderen Seite das des Menschen. Pflanzeninhaltsstoffe binden an menschliche Rezeptoren und überbrücken so diese zwei Reiche - mit teils verheerenden Folgen für den Menschen. Dabei mache es keinen Unterschied, ob es sich um Birken- und Gräserpollen handelt oder um noch aggressivere von der Ambrosia. Rund 10 bis 15 Prozent der Neurodermitis-Patienten zeigten die Auffälligkeiten, sagt die Institutsdirektorin. "Das versuchen wir gerade genauer zu definieren."

Dafür sei von der Christine Kühne Stiftung ein internationales Neurodermitisregister gegründet worden (ProRaD), bei dem Betroffene in Bonn, Augsburg und der Schweiz einmal jährlich gründlich untersucht werden. "Wir suchen nach Biomarkern, die uns vorhersagen können, welche Patienten auf Umweltfaktoren wie zum Beispiel Pollen und UV reagieren", so Traidl-Hoffmann.

Quelle: Spiegel Online vom 19. Juli 2017

 

 
20. Juli 2017  

Mikroben auf dem Bauernhof schützen Kinder vor Asthma und Allergien, das ist bekannt. Aber auch eine Sialinsäure, die in Bauernhoftieren vorkommt, scheint einen schützenden Effekt zu haben: Sie wirkt gegen Entzündungen in der Lunge, wie eine neue Studie zeigt.

Immer mehr Menschen leiden an Allergien und Asthma. Heute sind rund 30 Prozent der Kinder von mindestens einer Allergie betroffen – mit Ausnahme von Bauernkindern. Man weiss, dass Mikroben, die auf Bauernhöfen vermehrt vorkommen, die Kinder vor Allergien und Asthma schützen. Die Umgebung wirkt positiv auf die Entwicklung des Immunsystems, da dieses lernt, auf an sich harmlose Stoffe nicht zu reagieren, wie dies bei einer Allergie der Fall ist.

 

Der Kontakt mit Tieren schützt
Offenbar haben aber nicht nur Mikroben einen schützenden Effekt vor Asthma, sondern auch die Tiere auf dem Bauernhof: Das Streicheln von Katz und Kuh sowie der Schluck Milch direkt ab Hof können ebenfalls Asthma vorbeugen, wie das Forschungsteam rund um Remo Frei vom Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung der Universität Zürich (UZH)  in Zusammenarbeit mit dem Center for Allergy Research and Education (CK-CARE) in Davos und des Kinderspitals St. Gallen zeigt: «Der frühkindliche Kontakt zu Tieren und auch der Verzehr von tierischen Nahrungsmitteln scheint die Entzündungsreaktionen des Immunsystems zu regulieren», lässt sich Immunologe Frei in einer Medienmitteilung der UZH zitieren. Verantwortlich dafür ist eine Sialinsäure, die in vielen Bauernhoftieren verbreitet vorkommt: die sogenannte N-Glykolylneuraminsäure (Neu5Gc).

Daten von über tausend Kindern verglichen
Menschen produzieren kein Neu5Gc. Sie können die Sialinsäure aber über Tierkontakt oder auch über das Essen von tierischen Lebensmitteln aufnehmen; der Kontakt mit Neu5Gc löst im Menschen eine Antikörperreaktion aus. Die Forschenden haben nun diese Antikörper bei über tausend Kindern gemessen und der Vergleich mit dem Vorkommen von Asthma zeigte eindeutig: «Bauernkinder wiesen viel mehr Antikörper gegen Neu5Gc im Blut auf – und Kinder mit mehr Antikörper litten wesentlich seltener an Asthma», so Frei.

Die positive Wirkung der Sialinsäure Neu5Gc auf die Atemwege wurde am Tiermodell bestätigt: Sie verbessert die Lungenfunktion und reduziert die Symptome von Asthma. Interessant ist, dass der Kontakt mit der Sialinsäure nicht etwa die Immunglobuline E, die bei allergischen Reaktionen verstärkt auftreten, reduziert – vielmehr wird eine antientzündliche Reaktion des Immunsystems angestossen. Mit diesen Resultaten kann gemäss Remo Frei womöglich ein wichtiger Grundstein für eine wirksame Allergieprävention gelegt werden.

Quelle: UZH Zürich
 

 
28. Juni 2017  

Jahresbericht 2016 der CK-CARE

Sowohl in der Forschung als auch in der Edukation kann CK-CARE 2016 wichtige Resultate vorweisen, die direkte Wirkung für Allergiebetroffene zeigen werden.

In der vergangenen Förderperiode konzentrierte das CK-CARE-Konsortium die Forschungsarbeiten insbesondere auf das Thema des natürlichen Verlaufs von atopischen Erkrankungen, fokussiert auf das Modellbeispiel der Neurodermitis. Dabei wird von der Hypothese ausgegangen, dass eine langfristige Strategie zur Bekämpfung allergischer Erkrankungen entwickelt werden kann, wenn der Verlauf, also die «Allergiekarriere», besser verstanden wird. Im Rahmen von fünf sogenannten Arbeitspaketen wurden die zentralen Fragestellungen dieses innovativen Forschungsansatzes bearbeitet. Resultate aus diesen Arbeiten im Berichtsjahr werden auf den nächsten Seiten detailliert beschrieben. Im Berichtsjahr konnte zudem der Aufbau einer CK-CARE-Datenbank und -Biobankweiter vorangetrieben und schliesslich in Betrieb genommen werden.

Ebenso erhalten Sie Einblick in die Aktivitäten der CK-CARE Edukation im letzten Jahr.

Jahresbericht der CK-CARE

 

 
8. Mai 2017  

Dr. Georg Schäppi wird neuer Direktor der Hochgebirgsklinik Davos

Auf dem Areal Davos Wolfgang entsteht der Allergiecampus Davos, ein vielbeachtetes Projekt der Kühne-Stiftung. Die Hochgebirgsklinik (HGK), der Forschungs- und Ausbildungsverbund CK-CARE und das international führende Forschungsinstitut SIAF werden in Zukunft in nächster Nachbarschaft eng zusammenarbeiten. Damit soll ein einzigartiges Kompetenzzentrum für Forschung, Behandlung und Ausbildung im Allergiebereich entstehen.

Der Stiftungsrat der Hochgebirgsklinik hat am 8.5.2017 Dr. Georg Schäppi zum neuen Direktor der Hochgebirgsklinik als Nachfolger von Markus Gautschi berufen. Dr. Schäppi, langjähriger Geschäftsleiter von aha! Allergiezentrum Schweiz und seit sieben Jahren auch kaufmännischer Direktor der CK-CARE AG in Davos, ist verantwortlich für die Führung der HGK und zugleich für den Aufbau des Allergiecampus. Die Hochgebirgsklinik Davos ist eine Rehabilitationsklinik mit Schwerpunkt Allergien (in den Bereichen Pneumologie, Dermatologie und Pädiatrie) und ergänzenden Disziplinen (Kardiologie).

Dr. Schäppi ist beruflich seit über 25 Jahren mit der Allergiethematik vertraut. Er war im In- und Ausland an Universitäten, in der Privatwirtschaft sowie in Behörden und Verbänden tätig. Er ist Mitglied mehrerer nationaler und internationaler Gremien mit dem Fokus Allergien im Speziellen und Gesundheit im Allgemeinen.

Medienmitteilung vom 8. Mai 2017

 
5. Mai 2017  

Regierungsrat Christian Rathgeb besuchte heute im Rahmen seiner Spital- und Klinikbesuche 2017 die Hochgebirgsklinik (HGK) und das Christine Kühne Center for Allergy Research and Education (CK-CARE) in Davos.

Regierungsrat Christian Rathgeb wurde zusammen mit dem Vorsteher des Gesundheitsamtes, Rudolf Leuthold, und Departementsekretär Claudio Candinas von Georg Schäppi, Direktor CK-CARE, und Markus Gautschi, Direktor Hochgebirgsklinik, in Davos empfangen. Nach einer Besichtigung der HGK durften die Gäste von der positiven Entwicklung und den steigenden Patientenzahlen an der HGK Kenntnis nehmen.

Gesundheitsdirektor Rathgeb lobte besonders die langfristig und solide ausgelegte Strategie in Richtung des Gesundheits- und Allergiecampus Davos. Auf diesem Campus werden in Zukunft HGK, CK-CARE und das international hoch renommierte Forschungsinstitut SIAF Davos in Forschung, Behandlung und Ausbildung zusammenspannen. Damit werden optimale Synergien im Interesse der Allergiepatienten genutzt. Dieses Konzept bietet grosses Potential auch für eine Einbindung weiterer Partner aus Forschung und Industrie, aber auch in einer Zusammenarbeit mit dem WEF. Über alles lobt Christian Rathgeb die gute Unterstützung durch die Landschaft Davos und hob die grosse Bedeutung der Campusentwicklung für Davos, Graubünden und die Schweiz hervor.

Von links: Markus Gautschi (Direktor HGK), Rudolf Leuthold (Leiter Gesundheitsamt), Regierungsrat Christian Rathgeb, Gion Claudio Candinas (Departementssekretär DJSG), Georg Schäppi (Direktor CK-CARE)

 
13. April 2017  

Wie hoch können sie fliegen?

Messungen der Pollen- und Pilzsporenmenge auf verschiedenen Höhen unter anderem mit einem Flugzeug.

Pollen und Pilzsporen in der Luft werden überwiegend in stark besiedelten, städtischen Gebieten  gemessen. Deren Quellen finden sich jedoch häufig ausserhalb, in Randbezirken mit mehr Vegetation. Um dieses Paradoxon zu beleuchten, untersuchten wir die Vielfalt und Menge von Pollen und Pilzsporen in der Luft in verschieden Umgebungen.

Zum Artikel (englisch)

 
9. Januar 2017  

Allergiecampus Davos – Stand der Dinge

Auf dem Areal Davos Wolfgang wird ein Campus für Allergieforschung, -ausbildung und -behandlung aufgebaut. CK-CARE, SIAF und die Hochgebirgsklinik haben sich dem zukunftsträchtigen Konzept der translationalen Forschung verschrieben. Hier kommen die Ergebnisse der Forschung, auch durch räumliche und organisatorische Nähe, direkt den Patienten in der Klinik zu Gute. Die Nähe zu den Patienten eröffnet der Forschung einmalige Möglichkeiten für optimal patientenorientiertes Arbeiten. Die Edukation transportiert die Resultate dieses Zusammenspiels an ärztliche und nicht-ärztliche Fachpersonen und sorgt damit für eine Multiplikation des Effekts. Entscheidend für echtes translationales Wirken ist die auch örtlich verbundene Zusammenarbeit.


Bild: Quelle - OOS AG, Architekten, Zürich

Im Zusammenhang mit der Lancierung der neuen Klinik Davos-Wolfgang, Mitte des Jahres 2014, wurden Flächen auf dem Klinikareal frei, die unter anderem für einen Neubau für Forschung und Ausbildung genutzt werden sollen. Die Planung für dieses neue Gebäude ist nun weitgehend abgeschlossen. Im Erdgeschoss wird die Schulungs- und Tagungsinfrastruktur entstehen, die beste Bedingungen für die Ausbildung von ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachpersonen schafft. In den oberen zwei Stockwerken werden Labor- und Büroräumlichkeiten für das SIAF eingerichtet, die diesem weltweit renommierten Institut weiterhin Forschungsarbeit auf internationalem Spitzenniveau ermöglichen werden. Dank Zuwendungen von Bund, Kantonen und Gemeinde ist nun auch die Finanzierung des Vorhabens auf SIAF-Seite gesichert. Der Baubeginn ist auf Frühjahr 2017, der Bauabschluss auf Sommer 2018 geplant.

www.campus-davos.ch

 

AGENDA

21. September 2017, Kongresszentrum Davos
22. September 2017, Kongresszentrum Davos
22. September 2017, Kongresszentrum Davos
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