16. November 2018  

OOS gewinnt mit dem Projekt "Allergiecampus Davos" den Real Estate Award 2018 in der Kategorie Projektentwicklung

Am 22. Oktober fand zum achten Mal die Verleihung des Real Estate Awards in Zürich statt. Der Award zeichnet Schlüsselprojekte und Innovationen in den Kategorien Projektentwicklung, Vermarktung, Bewirtschaftung und PropTech aus.

Ein anspruchsvolles Projekt geht hoch hinaus - das Zürcher Architekturbüro OOS AG setzt sich mit dem "Allergiecampus Davos" in der Online Wahl gegen seine zwei Konkurrenten durch und gewinnt den Real Estate Award 2018. Die Nominierung erfolgte im Vorfeld durch eine Fachjury. 

Das Siegerprojekt versteht sich als Schlüsselwerk im Umgang mit höchst komplexen Anforderungen. Das Ziel ist die Neupositionierung des Areals der Hochgebirgsklinik Davos als weltweit führender Allergiecampus mit einmaligem Charakter. OOS hat in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und den Nutzergruppen die Grundlage für eine nachhaltige und wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung für das gesamte Klinikareal erarbeitet. Diese wird mit innovativer und nutzerorientierter Architektur und Innenarchitektur etappenweise umgesetzt. 

Die baulichen Fortschritte des neuen Campusgebäudes live via Webcam

Artikel in der Südostschweiz vom 13.11.18
Medienmitteilung OOS vom 13.11.18

 

 
1. Oktober 2018  

Kongress Graubünden forscht 2018
Auszeichnungen für hervorragende Forschung

Am diesjährigen Kongress „Graubünden forscht – The Young Researchers Convention“ in Davos hatten sich die jungen Wissensschaffenden zum Ziel gesetzt, ihre Forschung einem fachfremden Publikum anschaulich und verständlich zu präsentieren. 

Die Graduate School Graubünden prämierte insgesamt sieben Preisträgerinnen und Preisträger aus den Medizin- und Lebenswissenschaften sowie den Naturwissenschaften. In der Kategorie Medizinwissenschaften überzeugten u.a. Karin Fieten (Hochgebirgsklinik, Davos), Kirstin Jansen (Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung SIAF, Davos) und Oliver Wirz (CK-CARE, Davos / Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung SIAF, Davos) mit ihren Präsentationen.

Link zur vollständigen Medienmitteilung der Graduate School Graubünden vom 21.9.18.

 

 
19. Juni 2018  

Pollen-Taxi für Bakterien macht Halt vor Davos

Bei Asthmatikern können Bakterien und ihre Bestandteile in der Luft schwerste Entzündungen der Atemwege verursachen. Eine von CK-CARE initiierte Studie zeigt, dass hauptsächlich der Pollen des Beifußes die schädlichen Bakterien(bestandteile) transportiert und der Beifuß-Pollen dadurch noch aggressiver wird. Dies ist allerdings in bestimmten alpinen Regionen nicht der Fall, etwa in Davos.

  • über fünf Jahre täglich Untersuchungen der Luft in der Innenstadt Münchens und in Davos
  • CK-CARE kooperiert mit Technischer Universität München und Helmholtz Zentrum München
  • Analyse der Pflanzen-Pollen in der Luft, Messung der Konzentration von Endotoxinen
  • Endotoxine sind chemischen Verbindungen
  • Bakterien lagern Endotoxine auf ihrer Zelloberfläche ab
  • ​Bakterien sondern beim Absterben (Zerfall in Einzelteile) ebenfalls Endotoxine ab

Als die Wissenschaftler von CK-CARE die Luftwerte Münchens analysierten, kamen sie zu einem deutlichen Ergebnis: Die Menge an Endotoxin in der Luft nahm nur zu, wenn auch die Pollenkonzentration der Beifuß-Pflanze anstieg – unabhängig von klimatischen Veränderungen. Zur Kontrolle führten sie parallel Messungen im Alpenkurort Davos durch. Dort fiel die allgemeine Luftbelastung durch Pollen und Endotoxine sehr viel geringer aus. Dennoch war auch in Davos ein Zusammenhang von Beifuß-Pollen und den Bakteriengiften nachweisbar.

Quelle der Endotoxine gefunden

»Wir konnten nachweisen, dass Pollen wie ein Taxi fungieren und die Bakterien samt ihrer Gifte durch die Luft transportieren. Der von Natur aus sehr allergene Pollen der Pflanze ›Beifuß‹ wird dadurch noch problematischer für Allergiker und Asthmatiker«, erklären die Leiter der Studie und Professoren Claudia Traidl‑Hoffmann und Jeroen Buters.

Das Bild zeigt einen Artemisia-Pollen. Die Aufnahme erfolgte mithilfe eines Rasterelektronenmikroskops (REM). (Foto: J. Buters, ZAUM)

  • Beifuß (Artemisia vulgaris) ist in Europa weit verbreitet
  • Beifuß wächst bis zu zwei Meter hoch (viel Biomasse; hohe Pollenanzahl)
  • Beifuß-Pollen gilt erwiesenermaßen als Auslöser für Heuschnupfen
 

Das Studienteam untersuchte zusätzlich den Bakterienbewuchs auf Beifuß-Pflanzen, um herauszufinden, von welcher Bakterienart die Endotoxine auf dem Pollen herstammen. Sie konnten eine einzige Bakterienart als Hauptquelle identifizieren: das Bakterium Pseudomonas luteola. Es war auf 95 Prozent (!) der untersuchten Pflanzen zu finden.

Bakterien verstärken allergische Effekte des Pollens

Zuletzt testeten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Ergebnisse anhand eines komplexen Allergiemodells. Starke Entzündungszeichen der Nasenschleimhaut waren nur die Folge bei hohen Dosen des Endotoxins zusammen mit dem Beifuß-Pollen. Bei geringen Dosen des Endotoxins, dem Endotoxin alleine oder nur dem Pollen waren diese starken Effekte nicht zu messen.

»Mit diesem Wissen können wir künftig über die Pollenmessung auch eine Vorhersage darüber treffen, wann die Endotoxin-Belastung in der Luft sehr hoch ist. Für Allergiker und Asthmatiker bedeutet dies, bei Pollenalarm nicht sofort das Freie meiden zu müssen. Vielmehr können Pollenwarnungen individualisiert werden, je nach Allergietyp und Aufenthaltsort. Für therapeutische Maßnahmen, etwa in der Hochgebirgsklinik Davos, birgt dieses Wissen enorme Vorteile. Außerdem erhält der ›Davos‑Effekt‹ eine weitere, für Allergiker gewinnbringende Komponente«, erklärt Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, die Mitglied des Direktoriums von CK-CARE ist.

Davos-Effekt: In der moderat hoch gelegenen, alpinen Region in und um Davos können allergische Symptome stark verringert und therapeutische Maßnahmen effektiv zur Anwendung gebracht werden.

Die Publikation Artemisia pollen is the main vector for airborne endotoxin ist online abrufbar.

 
4. Juni 2018  

Jahresbericht 2017

Sowohl in der Forschung als auch in der Edukation kann CK-CARE für 2017 weitere wichtige Resultate vorweisen, die direkte Wirkung für Allergiebetroffene haben.

Neben der intensiven Forschung über den natürlichen Verlauf von allergischen Erkrankungen wurde das Berichtsjahr geprägt vom Fokus auf die Implementierung und den Betrieb der CK-CARE Daten- und -Biobank. Bis Ende Berichtsjahr konnten Daten und Proben von insgesamt 482 Patienten erfasst werden. Um die vielschichtigen Ursachen und sehr individuellen Entwicklungen von Allergien erforschen zu können, müssen die CK-CARE-Forschungsgruppen Blut- und Hautproben von möglichst vielen Patientinnen und Patienten über einen möglichst langen Beobachtungszeitraum zur Verfügung haben. Die Patienten und die Proben müssen detailliert erfasst und charakterisiert sein und können dann zu geeigneten Zeitpunkten mit modernsten Analysemethoden untersucht werden.

Jahresbericht 2017 der CK-CARE

 
2. Juni 2018  

Neurodermitis: Wie wichtig das Mikrobiom für die Haut ist

«Einstein» eine Sendung des Schweizer Fernsehen zeigt die neusten Erkenntnisse über unser grösstes und zugleich am wenigsten beachtete Organ – die Haut.

Pilze, Bakterien, Viren, Einzeller: Das sogenannte Mikrobiom ist für unsere Augen unsichtbar, doch auf unserer Hautoberfläche tummeln sich Milliarden von lebenden Mikroorganismen. Ist das Mikrobiom im Gleichgewicht, dann geht es der Haut gut – wenn nicht, dann entstehen Hautkrankheiten wie Neurodermitis. Prof. Claudia Traidl-Hoffmann und Prof. Peter Schmid-Grendelmeier führen aus, dass die Haut von Patienten mit Neurodermitis mit dem krankmachenden Bakterium Staphylokokkus aureus stark besiedelt ist. Neuere Forschungsergebnisse von CK-CARE zeigen auf, dass sich dieses Bakterium auf Kosten von «guten» Keimen ausbreitet und damit das ausgeglichene Mikrobiom der Haut zerstört. Diese Erkenntnisse sollen nun im Hinblick auf Behandlungsmethoden für Neurodermitis untersucht werden.

SRF - Sendung Einstein vom 31. Mai 2018

 
5. Mai 2018  

Allergiecampus: Grundstein am 4. Mai gelegt

In Anwesenheit des Regierungsrats und Volkswirtschaftsdirektors des Kantons Graubünden, Dr. Jon Domenic Parolini, des Landammanns der Gemeinde Davos,  Tarzisius Caviezel, und des Stifterehepaars, Christine und Klaus-Michael Kühne, wurde heute auf dem Areal Davos Wolfgang der Grundstein für ein modernes Forschungs- und Konferenzgebäude gelegt, dem Kern des zukünftigen Allergiecampus Davos. Die auf  diese Weise angestrebte translationale Zusammenarbeit soll eine neue Ära in der Bekämpfung der Volkskrankheit „Allergien“ einleiten.  

Das CK-CARE Direktorium mit dem Stiftepaar Kühne  

„Mit der heutigen Grundsteinlegung verwirklicht die Kühne-Stiftung ihre Absicht, in Davos Wolfgang ein Zentrum für Forschung, Therapie und Edukation im Allergie- und Asthmabereich zu schaffen“, sagte Prof. Dr. h.c. Klaus-Michael Kühne, gemeinsam mit seiner Frau Christine Kühne Initiatoren und Wegbereiter des Projekts. „Allergien sind eine Volkskrankheit von globaler Tragweite und es gilt, deren gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen zu minimieren. Zugleich unterstützen wir mit unserem innovativen Ansatz die zukunftsorientierte Weiterentwicklung von Forschung und Heilmethoden im Höhenluftkurort Davos.“ 
 
 
In Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang, die Klaus-Michael Kühne durch den Erwerb der Immobilien über seine Kühne Real Estate AG ermöglichte, konnte ein optimal geeigneter Standort für den Allergiecampus gesichert werden. 
Es entsteht ein vierstöckiges Gebäude mit rund 3.600 m2 Geschossfläche, das sich an das Haupthaus der HGK anschliesst. In den beiden Obergeschossen werden modernste Labor- und Büroräumlichkeiten eingerichtet, während die Infrastruktur in den beiden unteren Stockwerken auf Tagungen, Schulungen und den Austausch von Forschern, Ärzten und Ausbildern ausgerichtet ist. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund CHF 18 Mio., wovon die öffentliche Hand CHF 4,5 Mio. mitträgt. Der Bauabschluss ist für Sommer 2019 geplant. 
 
Regierungsrat Dr. Jon Domenic Parolini, Vorsteher Departement für Volkswirtschaft und  Soziales Graubünden: „Auf dem Areal der  Hochgebirgsklinik soll ein einzigartiger Campus errichtet werden, der auf der Geschichte und Tradition des Kurorts und des Kantons aufbaut.  Hier werden Ausbildung, Forschung und klinische Anwendung an einem Standort vereint – eine Vernetzung von Kompetenzen höchster Qualität, von denen der Kanton Graubünden wichtige volkswirtschaftliche Impulse erwartet.“ 
 
Landammann Tarzisius Caviezel: „Unser Dank gilt der Kühne-Stiftung, die für Davos Vorbildliches geleistet hat und unverändert leistet. Seit 2009 fördern Christine und Klaus-Michael Kühne über ihre Stiftung das in Davos gegründete Christine Kühne-Center for Allergy Research and Education (CK-CARE), ein Forschungs- und Ausbildungszentrum auf dem Gebiet der Allergiekrankheiten, das besondere Anerkennung verdient. Durch ihr grosses Engagement konnte die Insolvenz der Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang abgewendet und deren Neuausrichtung mit interessanten Entwicklungsperspektiven eingeleitet werden. Der Allergiecampus stellt ein Leuchtturmprojekt dar, das den Forschungs- und Gesundheitsplatz Davos massgeblich stärken wird.“ 

 

Artikel Südostschweiz vom 5. Mai 2018
Artikel Davoser Zeitung vom 8. Mai 2018

 

 
5. Februar 2018  

Auszeichnung für Schweizer Medizinforschung - Dr. Caroline Roduit 

Zum 27. Mal verlieh die Stiftung Pfizer Forschungspreis ihre Auszeichnung an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. 18 junge Forscherinnen und Forscher aus Basel, Bellinzona, Genf, Lausanne, St. Gallen und Zürich erhielten am 1. Februar 2018 den diesjährigen Pfizer Forschungspreis. Sie werden für ihre exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten an Schweizer Forschungsinstituten oder Spitälern geehrt.

Die Forschungsgruppe um Dr. Caroline Roduit, Universitäts-Kinderspital Zürich und CK-CARE, Davos, wollte die Entwicklung der atopischen Dermatitis bei Kindern besser verstehen, basierend auf Beginn und Verlauf der Krankheit in der Kindheit.

«Die Phänotypen der atopischen Dermatitis sind mit unterschiedlichen Risiken für andere Allergien assoziiert.»

Dazu wurden Daten aus einer ländlichen Geburtenkohorte aus fünf europäischen Ländern (Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland und Schweiz) bei 1038 Kindern analysiert: Es zeigten sich drei verschiedene Phänotypen (Erscheinungsformen) der atopischen Dermatitis. Zwei davon mit frühem Auftreten, mit Beginn im Alter von unter zwei Jahren, wobei eine Form sich als frühes Auftreten mit vorübergehenden Symptomen, die andere Form sich als frühes Auftreten mit bestehenden Symptomen zeigte. Der dritte, spätere Phänotyp begann nach dem Alter von 2 Jahren. Kinder mit einem frühen Erscheinen der atopischen Dermatitis, insbesondere mit andauernden Symptomen, zeigten das höchste Risiko für die Entwicklung von Asthma und Nahrungsmittelallergien. Das zeigt auf, dass vor allem diese Kinder mit einer früh auftretenden atopischen Dermatitis mit bestehenden Symptomen speziell bezüglich Allergieprävention überwacht werden sollten.

Phenotypes of Atopic Dermatitis Depending on the Timing of Onset and Progression in Childhood. Caroline Roduit, Remo Frei, Martin Depner, Anne M. Karvonen, Harald Renz, Charlotte Braun-Fahrländer, Elisabeth Schmausser-Hechfellner, Juha Pekkanen, Josef Riedler, Jean-Charles Dalphin, Erika von Mutius, Roger Pascal Lauener and the PASTURE study group. JAMA Pediatr. 2017 Jul 1;171(7):655-662

Weitere Impressionen Pfizer Preisverleihung